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Themen - Natürliches Meerwasser - Elemente
Stickstoff - (Nitrogenium) - N
Nitrate
CS NitraClean

Auf der Erde kommt Stickstoff hauptsächlich in Form von molekularem Stickstoff in der Atmosphäre vor. Mit einer durchschnittlichen Molekularkonzentration von 2,25.10-5 mol/l ist Stickstoff an der fünfzehnten Stelle der häufigsten Elemente im Meerwasser. In Maßeinheiten ausgedrückt bewegt sich die Stickstoffkonzentration zwischen 0 und 45.10-6 g/l (0 - 45 μg/l).


Stickstoff - (Nitrogenium) - N

N

Auf der Erde kommt Stickstoff hauptsächlich in Form von molekularem Stickstoff in der Atmosphäre vor. Mit einer durchschnittlichen Molekularkonzentration von 2,25.10-5 mol/l ist Stickstoff an der fünfzehnten Stelle der häufigsten Elemente im Meerwasser. In Maßeinheiten ausgedrückt bewegt sich die Stickstoffkonzentration zwischen 0 und 45.10-6 g/l (0 - 45 µg/l).

Erscheinungsformen

Vorkommen von Stickstoff im Rahmen des globalen geochemischen Zyklusses:

Nitrate
NO3-
+5
<0,001%
Nitrite
NO2-
+4
<0,001%
Stickstoffmonoxid
NO
+2
<0,001%
Distickstoffmonoxid
N2O
+1
<0,001%
Molekularer Stickstoff
N2
0
>99,999%
Ammoniak
NH3
-3
<0,001%
Ammonium-Ion
NH4+
-3
<0,001%
Organische Amine
R-NH2
-3
<0,001%

Vorkommen von Stickstoff im Meerwasser:

PON Stickstoff in ungelösten organischen Stoffen
(Partikel > 0,4 Mikrometer - Particulate Organic Nitrogen)
0,002%
DON Stickstoff in gelösten organischen Stoffen
(Partikel < 0,4 Mikrometer - Dissolved Organic Nitrogen)
2,300%
DIN Stickstoff in gelösten anorganischen Stoffen
(Dissolved Inorganic Nitrogen - insgesamt 97,698%):
  - molekular (N2)
95,200%
  - andere (NO3-, NO2-, NH4+)
02,498%

Vereinfachter Ozeanzyklus von Stickstoff

Bildung
von PON
Die lebenden Organismen erhalten Stickstoff durch die direkte Fixierung von gelöstem molekularem N2 (geringfügig – nur im Fall einiger Bakteriensorten und Blaualgen), durch die assimilierende Reduktion von DIN (NO3-, NO2-, NH3 – Algen, Phytoplankton), durch die Assimilation von DON (im Fall von Bakterien) und durch den Verzehr von anderen Organismen (im Fall von Fischen, Säugetieren, Krustentieren usw.). Aus Exkrementen und aus dem Körper von abgestorbenen Lebewesen werden im Meerwasser ungelöste organische Partikel freigesetzt, die Stickstoff beinhalten – PON.
Stickstoff
in ungelösten
organischen
Stoffen
Bildung
von DON
RemineralisierungDa die Kohlenstoff - und Stickstoffbindung in PON relativ rasch reagiert, degradiert PON schnell zu DON.
Stickstoff
in gelösten
organischen
Stoffen
Bildung
von DIN
Ammonifikation DON wird unter noch nicht ganz geklärten Bedingungen mithilfe von heterotrophen Bakterien zu Ammoniak abgebaut (enzymatisch durchgeführte Reaktion) und anschließend wird durch die Reaktion mit H+ Ammoniumion NH4+ erzeugt.
NH3 / NH4+
NitrifikationAmmoniumion wird durch Nitrosomonasbakterien zu Nitrit und anschließend durch Nitratbakterien zu Nitrat oxidiert. Die Nitrifikation ist ein relativ schneller Prozess und erfordert eine sauerstoffhaltige Umgebung.
NO2-
NO3-
DenitrifikationEinige heterotrophe Bakterien (z.B. Paracoccus denitrificans) assimilieren Nitrate. Ein wesentlicher Nitratanteil wird allerdings durch diesen Prozess zu Nitrit reduziert und anschließend zu molekularem Stickstoff, der in die Atmosphäre entweicht und damit kein Teil der neu entwickelten Biomasse wird. Der Prozess der bakteriellen Denitrifikation ist relativ langsam und setzt das Vorhandensein der folgenden Bedingungen voraus:
  1. Reduzierende Umgebung mit keinem oder sehr geringem Sauerstoffgehalt
    (anoxische und hypoxische Zonen)
  2. Hohe Energiezufuhr
N2

Bei der bakteriellen Denitrifikation wird außer molekularem Stickstoff auch Ammoniumion und Stickstoffmonoxid erzeugt. Der größte Teil des molekularen Stickstoffs und des Distickstoffmonoxids entweicht in die Atmosphäre, ein kleinerer Teil aber verbleibt im Wasser und steigt zusammen mit dem Ammoniumion erneut in die zahlreichen Phasen des oben beschriebenen Zyklus ein.

Denitrifikation in Meeresaquarien

Typ Schlüsselelemente Nachteile
Biologische Natürliche
(1)
Denitrifizierende
Bakterien
Das Becken muss über natürliche anoxische und hypoxische Zonen verfügen.
Auf Medium Medium,
Bakterien
Zusätzliches Becken, ständige Kontrolle des Redoxpotentials erforderlich.
Refugia
(2)
Meeresalgen
Zusätzliches Becken, Entfernung von abgestorbener Materie erforderlich, der Algenmetabolismus kann den pH-Wert beeinflussen.
Pflanzen Mangrove
Die Pflanze ist sehr pflegebedürftig, meistens wird die erforderliche Pflanzenanzahl nicht erreicht.
Physikalisch–
chemische
Absorption Sorbent
Regelmäßiger Wechsel vom Sorbent.
Chemische Chemikalien
Regelmäßige Wartung des Reaktors, regelmäßiger Chemikalienwechsel.

(1) Ideale Redoxpotentialwerte sind von 100 bis 200 mV. Bei Werten unter 300 mV wird hochtoxischer Schwefelwasserstoff als Nebenprodukt erzeugt. Andererseits wird bei einem Redoxpotential von 0 bis 50 mV gefährliches NO2 freigesetzt - da der ganze Abbauprozess nicht bis zum Ende durchgeführt wird.

(2) Deswegen ist es notwendig, ein solches Refugium 24 Stunden täglich zu beleuchten, so sinkt der pH-Wert nicht und das Redoxpotential wird erhalten.

Optimale Lösung

Für den Aquarianer ist es eindeutig am einfachsten und am vorteilhaftesten, einen naturnahen Prozess der bakteriellen Denitrifikation zu erreichen und zu behalten. Um das zu erzielen, müssen folgende Bedingungen eingehalten werden:

  • Ausreichende hypoxische und anoxische Zonen im Becken
    (Zonen mit sehr kleinem oder keinem Sauerstoffgehalt)
  • Anwesenheit von denitrifizierenden Bakterien im Becken
  • Eine Wasserdurchströmung im ganzen Volumen des Beckens
  • Die denitrifizierenden Bakterien müssen eine ständige Zufuhr von schnell umsetzbarer Energie haben

Ad 1 - Anoxische und hypoxische Zonen

In Becken mit einem Volumen von über 200 Liter sollte es zu keinen Komplikationen kommen – anoxische und hypoxische Zonen bilden sich im Substrat, vorausgesetzt dass seine Höhe mindestens 6 cm beträgt und dass die Korngröße stimmt. Weiterhin bilden sich diese Zonen auch in allen größeren lebenden Steinen und bei einer ausreichenden Menge von größeren lebenden Steinen am Beckenboden ist kein Substrat nötig. Oft wird die erwünschte Nitrifikation im abgeteilten Becken mit einem langsamen Wasserlauf lediglich mithilfe von lebenden Steinen und ständiger Beleuchtung erreicht.

Ad 2 - Denitrifizierende Bakterien

Ein Ansatz von denitrifizierenden Bakterien ist grundsätzlich in jedem lebenden Stein enthalten – vorausgesetzt, dass es sich tatsächlich um einen lebenden Stein handelt. Ein Bakterienansatz ist entweder (idealerweise) in importierten lebenden Steinen enthalten, oder in importiertem lebendem Korallen-Sand, in künstlich belebten Steinen und Sand, oder in kommerziell zugänglichen Präparaten, die einen künstlich aufgezogenen Satz vieler Meeresbakterienarten beinhalten.

Ad 3 – Wasserströmung

Währenddessen die Nitrifikation ein relativ schneller Prozess ist, der eine höchst sauerstoffhaltige Umgebung fordert und meistens bei einer verhältnismäßig schnellen Wasserströmung durch den Filter verläuft, herrschen bei der Denitrifikation ganz andere Bedingungen.

Da es in diesem Fall um einen langsamen Prozess mit einem hohen Energiebedarf geht, ist eine zu schnelle Strömung unerwünscht. Die optimale Wasserströmung ist in getrennten Becken mit lebenden Steinen einfach herzustellen, dagegen aber in einem großen Becken ist es nicht mehr so einfach. Ein schneller Wasserwechsel bereitet in den modernen Becken, wo Tausende Liter Wasser pro Stunde durchlaufen, kein Problem mehr – die Strömung wird wegen der Reibung an der Oberfläche der lebenden Steinen und auf dem Beckenboden verlangsamt und hängt vom Beckenvolumen ab. Ein Problem kann das Vorkommen von toten Zonen sein, in denen der Wasserstromlauf und damit auch der Wasserwechsel extrem langsam sind. In diesen Zonen kann es zur Fällung organischer Sedimente kommen und anschließend zu sehr gefährlichen Zerfallsprozessen, die mit der Denitrifikation im Prinzip nichts gemein haben.

Ad 4 – Bakterieenergiezufuhr

Wie schon erwähnt, der Nitrifikationsprozess fordert einen ständigen, relativ hohen Bedarf an schnell umsetzbarer Energie. Nur Kohlenhydrate, umgangssprachlich als Zucker bekannt, können im Wesentlichen diesen Anforderungen entsprechen. Es ist selbstverständlich möglich mit niedermolekularen „festländischen“ Kohlenhydraten und Alkoholen zu experimentieren, diese Methoden sind aber nicht natürlich und dadurch riskant. Konkret im Fall von Alkoholen herrscht ein hohes Überdosierungsrisiko, währenddessen bei der Anwendung von bestimmten Kohlenhydraten ernsthafte Nebenwirkungen auftreten können. Die einzige natürliche Art, die denitrifizierende Bakterien zu ernähren, ist der Einsatz eines ausgeglichenen Gemisches von Kohlenhydraten, die im Naturmeerwasser vorkommen.

Literaturquellen

An Introduction to Marine Biochemistry, Susan M. Libes, John Wiley & Sons, Inc.

Document C_02_04_01 - VI/2009 - F. Floder

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